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Bis vor wenigen Jahren war der Weg, neue Mitarbeiter zu gewinnen relativ einfach. Es genügte eine Stellenanzeige in einer Lokal- oder Fachzeitschrift der eigenen Branche aufzugeben, um sich dann zurück zu lehnen und auf Bewerbungen zu warten. Und das klappte hervorragend, denn es war ein Arbeitgebermarkt und auf wenige Stellen kamen viele Interessenten. Deshalb mussten sich die Bewerber auch herausputzen, um dem potenziellen Arbeitgeber zu gefallen und möglichst viele seiner Wünsche erfüllen.

Weniger Arbeitskräfte und stärkere Nachfrage

Inzwischen hat sich der Arbeitsmarkt komplett geändert. Der demografische Wandel beschert uns auf der einen Seite weniger Arbeitskräfte und dem gegenüber steht eine boomende Wirtschaft, mit einem sehr großen Bedarf an Arbeits- und Fachkräften. Ebenso fehlt es an Nachwuchskräften und die Zahl der Auszubildenden ist ebenfalls rückläufig.

Teure Anzeigen sind kein Garant für Bewerber

Ein Vorteil gegenüber früher sind die Möglichkeiten der großen Jobbörsen wie Monster, StepStone oder Indeed. Hier haben Arbeitgeber die Chance, viel mehr potenzielle Mitarbeiter zu erreichen, als es mit reinen Zeitungsanzeigen möglich war. Doch die Sache hat auch einen Haken. Die Plattformbetreiber wissen um die Not der suchenden Unternehmen und können ihr Angebot entsprechend der großen Nachfrage gestalten. Das bedeutet hohe Anzeigenpreise – ohne Garantie auf Erfolg.

Interessanterweise scheinen jedoch gerade die hohen Kosten das Gefühl zu vermitteln, dass damit das Möglichste für ein erfolgreiches Recruiting getan wäre. Nach dem Motto: Das teuerste Angebot verspricht auch den höchsten Erfolg.

Ihre Konkurrenz ist mit von der Partie

Die Beliebtheit der Jobportale bringt jedoch ein Problem mit sich: die Vergleichbarkeit. Es sind nicht nur viele Arbeitssuchende oder wechselwillige Arbeitnehmer auf den Jobportalen unterwegs, sondern auch die eigene Konkurrenz. Und nun wird nicht mehr um Kunden, sondern um Arbeitnehmer gebuhlt. Wer sich für Ihr Jobangebot interessiert, findet in der Regel eine Vielzahl vergleichbarer Stellenangebote bei Ihrer Konkurrenz.

Stellenangebote sind keine Wunschzettel

Obwohl die Anzahl der Arbeitskräfte schwindet und die Konkurrenz stetig zunimmt, gleichen viele Stellenanzeigen einem Wunschzettel. Nicht nur, dass der Aufbau sich trotz der Möglichkeiten neuer Medien kaum verändert hat, auch wird die Liste der geforderten Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen immer länger. Gesucht wird -verständlicherweise – fast immer die eierlegende Wollmilchsau. Hier empfehlen Personalberater häufig, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und zusätzliche Fähigkeiten als ‘Add-on’ zu betrachten. Stellenanzeigen sind immer ein Filter und wenn dieser von vorne herein zu stark ist, schränken Sie Ihre Chancen selbst ein.

Das größte Problem: Was wissen die Bewerber über Ihr Unternehmen?

Was wird ein Bewerber wohl tun, wenn er zu seinem Profil verschiedene Stellenangebote findet? Genau, er wird vergleichen. Und zwar genau so, wie Sie von Ihren Kunden verglichen werden. Der Bewerber will wissen, wer Sie sind, was Sie tun und ob Sie ein interessanter Arbeitgeber sind.

Verschaffen Sie sich einen Vorteil

Für viele Unternehmen ist bei den (teuren) Stellenanzeigen schnell Schluss. Dabei sind Stellenanzeigen wie Werbung zu sehen, aber jetzt geht es um das eigentliche Produkt. Und das sind Sie als Arbeitgeber.

Die Anforderungen der Bewerber an potenzielle Arbeitgeber haben sich ebenfalls stark verändert. So wünschen sich Arbeitnehmer heutzutage insbesondere ein gutes Betriebsklima, flexible Arbeitszeiten, gute Karrierechancen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wie verschiedene Studien (1) belegen. Die harten Fakten – wie das Gehalt – folgen erst danach. Genau hier liegt eine neue Herausforderung, aber auch große Chance. Sie müssen sich attraktiv darstellen und als Arbeitgeber überzeugen. Verschaffen Sie sich einen Vorteil gegenüber Ihrer Konkurrenz und ermöglichen Sie Ihren Bewerbern einen Einblick in Ihr Unternehmen. Zeigen Sie, wie bei Ihnen gearbeitet wird und warum Menschen gerne bei Ihnen arbeiten.

Sie haben drei Minuten

Versetzen Sie sich in die Lage Ihrer Bewerber, die nun mehrere Stellenangebote zur Auswahl haben und jetzt die Unternehmen ‘überprüfen’, wer als Arbeitgeber interessant ist. Sie würden sich vmtl. auch bei den Unternehmen bewerben, die Sie direkt überzeugt haben. Geben Sie Ihren Besuchern daher direkt die Informationen, die sie suchen. Es geht insbesondere auch um Emotionen und das Bauchgefühl des Bewerbers, sich für den richtigen Arbeitgeber zu entscheiden. Denken Sie daher einmal über die Möglichkeiten eines Recruiting-Films nach. Denn über einen Film haben Sie die Chance in kurzer Zeit viele Informationen als auch Emotionen zu transportieren. Ihre Bewerber wissen dann in drei Minuten, warum Sie ein attraktiver Arbeitgeber sind und weshalb es eine gute Entscheidung ist, bei Ihnen zu arbeiten.

 

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